Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat heute entschieden, dass bei einer Mieterhöhung statt der tatsächlichen Wohnungsgröße die vertraglich vereinbarte Wohnfläche maßgeblich ist, sofern die Abweichung zwischen den beiden Größen nicht mehr als 10% beträgt (Az. VIII ZR 205/08).

Erst bei einer Überschreitung dieser Erheblichkeitsgrenze sei es dem Mieter nicht mehr zumutbar, sich durch den Vertrag binden zu lassen, und die reale Wohnfläche werde zum Bezugswert. Der BGH entschied damit über die Klage einer Hamburger Mieterin gegen die Mieterhöhung für ihre Wohnung, die statt vereinbarter 55,75 qm nur 51,03 qm groß sei. Während der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen das Urteil begrüßt, kritisiert Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbunds die Entscheidung: "Sie öffnet Betrügern Tür und Tor."